Sommernächte in Ayia Napa sind die heißesten und hellsten in ganz Zypern: Wenn die Leute vom Strand zurückkommen, verwandelt sich der tagsüber eher träge Ort in eine große Partyzone. Mehr als 80 Bars, rund 20 Clubs, unzählige Restaurants und ein Vergnügungspark konkurrieren hier hart um Touristen und einheimisches Publikum. Vor allem auf der Πλατεία (Plateia – dt. Platz) präsentiert sich ein Feiertempel neben dem anderen – mal in Familie-Feuerstein-Optik, mal kühl und technotisch mit weißen Barhockern, Spiegelsäulen und aufwendigen Neonlicht-Installationen. Die Clubs locken mit „Free shots!“, mit knapp bekleideten Gogo-Girls und Promotern, die einen wie alte Freunde zum Saufen „einladen“.

Dazu scheppern einem vor jedem Club schon draußen die aktuellen Sommerhits in voller Lautstärke um die Ohren. Denn getanzt wird hier wegen tropischer Temperaturen bei weit offenen Türen oder einfach gleich draußen. Im Sommer verdreifacht das nimmersatte Partyvolk die noch nicht einmal 3000 Einwohner des Städtchens im Südosten der Insel. Zur Strand- und Feierhochburg des östlichen Mittelmeers entwickelte sich Ayia Napa erst nach 1974. Bis dahin wurde im 30 Kilometer entfernten Varosia getanzt, das bei der türkischen Invasion Nordzyperns besetzt, zum Sperrgebiet erklärt und so zur Geisterstadt wurde. (Um die Geschichte nicht fälschlicherweise zu verknappen: Vorher hatte eine griechische Militärjunta den Anschluss der Insel an Griechenland versucht.) In den durchtanzten Sommernächten von Ayia Napa scheint das jedoch vergessen.